Samstag, 3. Februar 2018

Unfallreparatur erfolgt, keine Rechnungskopie erhalten?

Kein Nachweiß der Unfallreparatur vorhanden?

Zum Verkauf wurde ein VW Touareg angeliefert. Der Besitzer gab an, dass im vorderen Bereich der Stoßfänger bzw. die Außenhülle erneuert wurde, aufgrund eines kleinen Parkschadens.
Die Reparatur wurde von einem Karosseriefachbetrieb ausgeführt und direkt mit der Versicherung abgerechnet. Der Besitzer hat keine Kopie der Rechnung erhalten.
Auf mein drängen hin hat der Besitzer eine Kopie der Rechnung vom Karosseriefachbetrieb angefordert, und siehe da: Die Rechnungshöhe war € 4.500 weil auch beide Xenon Scheinwerfer ausgetauscht wurden.

Wäre der Wagen jetzt weiterverkauft mit der einfachen Aussage das vorne ein kleiner Parkschaden behoben wurde, kann das ganz schnell in die Hose gehen!

Oft ist es so, dass man sein Fahrzeug zur Unfallreparatur in die Hände der Autowerkstatt gibt und diese alles mit der Versicherung regelt, vom melden des Schadens bis zur Abwicklung und Bezahlung, was auch gut so ist.
Dennoch: Bitte nach Reparaturabschluss eine Rechnungskopie aushändigen lassen! Zum einen weißt du dann ganz genau was gemacht wurde, zum anderen kann dir bei einem Weiterverkauf des Fahrzeuges hinterher kein Strick daraus gedreht werden.



Das Bild zeigt genau diesen VW Touareg. Warum bei einem "kleinen" Parkschaden auch Xenonscheinwerfer ausgetauscht werden mussten, hat im Nachgang noch für viele Fragen gesorgt.

Euer Gebrauchtwagenexperte
Bernd Kaiser





Donnerstag, 17. November 2016

Unfallfrei? Von wegen...

Kein Kauf ohne Blick unter das Auto!

Hier schon wieder ein aktueller Fall aus dem Tagesgeschäft:

Zur Vermittlung wurde ein Hyundai i30 mit Erstzulassung 2014 gebracht, den der Besitzer als Unfallfrei gekauft hat. Bei der Probefahrt ist mir bereits aufgefallen, dass das Lenkrad leicht nach rechts steht. Ein Blick unter das Fahrzeug hat aufgezeigt, das an den Spurstangenköpfen Farbmarkierungen sind, und der linke Achsschenkelträger mit gelber Farbe beschriftet ist, sowie eine der Befestigungsschrauben einen älteren Eindruck macht.

Die Farbmarkierungen werden aufgetragen, damit man beim Zerlegen und dem anschließenden Zusammenbau die Spurstangenköpfe wieder einigermaßen in den vorherigen Zustand bekommt, bevor man die notwendige Achsvermessung ausführt.
Und die Beschriftung lässt auf einen Gebrauchten Achsschenkelträger schließen. Auch wir beschriften beim ausschlachten Fahrzeugteile mit dem Namen des Vorbesitzers, weil wir die meisten Kundenfahrzeuge aus dem Gedächtnis heraus kennen und das Ersatzteil sofort wieder zuordnen können.

Und in dem hier vorliegenden Fall kann man schon davon ausgehen, dass der Aufprall mit dem Rad vorne links heftiger war.

Meine Meinung: Kein Fahrzeugkauf ohne Blick unter das Fahrzeug. Beim Händler ab auf die Hebebühne, beim Kauf von Privat neue Hauptuntersuchung oder Prüfprotokoll von z.B. ADAC, Dekra oder Tüv. Das schützt vor Überraschungen die sich meistens erst nach längerer Zeit offenbaren, wie hier im aktuellen Fall nachdem der Wagen wieder weiterverkauft werden soll.


Bild oben: Farbmarkierung am Spurstangenkopf links


Bild oben: Farbmarkierung am Spurstangenkopf rechts


Bild oben: Beschriftung am linken Achsschenkelträger

Samstag, 28. Mai 2016

Fahrlässiger Umgang mit dem Begriff Unfallfrei

Begriff Unfallfrei, Floskel oder Wahrheit?

Mit dem Begriff Unfallfrei wird zu Fahrlässig umgegangen. Mir geht es nicht darum andere anzuklagen, sondern wach zurütteln, auch ich bin nicht frei von Fehlern und habe schon Schäden übersehen.

Im vorliegenden Fall hat mich ein Gebrauchtwagen erreicht, der zuvor bei einem anderen Händler zum Verkauf abgestellt wurde. Das Fahrzeug war als Unfallfrei ausgezeichnet, doch ein Blick in die Reserveradmulde hat gereicht, um einen erheblichen Unfallschaden der schlecht repariert wurde, aufzudecken. Der Kofferraumboden bzw. die Reserveradmulde war komplett gestaucht, die Reparatur wurde vom Besitzer in Eigenregie vorgenommen.
Der Besitzer des Wagens hat mir auch mitgeteilt, dass im Heckbereich insgesamt vier Auffahrunfälle passiert sind.

Liebe Kollegen aus dem Verkauf, bitte schaut eure Gebrauchtwagen genau an oder wenn ihr es nicht selbst macht sondern die Werkstatt, dann richtet sich mein Appell an euch Kollegen aus der Technik.

Liebe Besitzer von Autos, bitte offenbart Unfallschäden und seid nicht versucht um des Euros willen solche Schäden zu verheimlichen, frei nach dem Motto "der Verkäufer hat mich bei der Inzahlungnahme nicht nach Unfallschäden gefragt".  








Dienstag, 12. April 2016

Unfallschaden? nichts bekannt, so steht es oft geschrieben

Adlerauge sei wachsam!

Weil es seit letzer Woche bzw. genauer gesagt seit dem 01. April zum 3ten mal vorkommt und alles andere als ein Aprilscherz ist, anbei noch mal ein Beispiel dafür, wie manche Fahrzeuge Unfallrepariert sind.

In diesem Fall war es auch wieder ein Gebrauchtwagen jüngerer Bauart, der den Weg als Unfallfrei bzw. mit der Formulierung "Unfallschaden nichts bekannt" im Kaufvertrag des Vorbesitzers zu uns gefunden hat.
In diesem Bild ist zu sehen, dass man sich bei einer Reparatur nicht mal die Mühe gemacht hat, das Rücklicht hinten rechts auszubauen. Hier ist eindeutig zu sehen, das nur abgeklebt wurde.
Der Lackschichtmesser hat auch bestätigt, dass die komplette Seitenwand hinten rechts gespachtelt und nachlackiert wurde.

Zugegeben, es muss nicht unbedingt ein Unfall im klassischen Sinne gewesen sein, also kein Aufprall eines anderen Fahrzeuges, aber eine 20 cm große gespachtelte Fläche und anschließende Lackierung der kompletten Seitenwand sollten doch offenbart werden.

Mein Rat: Ganz genau hinschauen. Alle Übergänge zu Rückleuchten, Zierleisten und Karosserieteilen einer genauen Sichtprüfung unterziehen.Und wenn alle Stricke reißen und ihr unsicher seit, dann mit dem Verkäufer über ein Gebrauchtwagenzertifikat sprechen. Mehr zu diesem Zertifikat und den damit verbundenen Möglichkeiten erfahrt ihr im nächsten Blogeintrag.


Donnerstag, 28. Januar 2016

Rückruf offen?

Wie man feststellen kann, ob eine Rückrufkampagne offen ist

In letzter Zeit hört man immer wieder von verschiedenen Rückrufen, die an einem PKW durchgeführt werden müssen. In so einem Fall wird man vom Kraftfahrbundesamt (KBA) angeschrieben und darauf aufmerksam gemacht.

Was aber tun, wenn man sich für einen bestimmten Gebrauchtwagen interessiert? Viele meiner Kunden berichten mir, dass sie vor dem Kauf in Google und in Foren nach Erfahrungswerten bzw. Berichten schauen. Aktuell verkaufe ich einen Mercedes SLK 350, bei dem die meisten Anrufer gefragt haben, ob den die Steuerkette schon modifiziert ist. Das ist eine klassische Information aus dem Internet, was ich selbst nicht als störend finde, im Gegenteil, das schützt vor unnötigen bzw. vermeidbaren Geldausgaben.

Eine weitere Möglichkeit ist es, direkt beim Kraftfahrbundesamt in der Online Datenbank nach einem eventuellen Rückruf zu schauen. Ich selbst prüfe hier alle meine Gebrauchtwagen die ich vermittle/ verkaufe nach. Diese Datenbank findet ihr hier: klicken

Safety First!


Montag, 4. Januar 2016

Detektivischer Spürsinn wichtig beim Gebrauchtwagenkauf!

Detektivischer Spürsinn schützt vor Schaden

Und wieder mal ein Fall aus der Praxis:

Ein Gebrauchter BMW sucht einen neuen Besitzer. Beim besichtigen ist mir das kleine Spaltmaß am linken Kotflügel aufgefallen. Eine Nachfrage beim jetzigen Besitzer hat ergeben, dass der BMW während seiner Haltedauer keinen Unfall hatte und der Wagen vorher als Unfallfreier Gebrauchtwagen gekauft wurde. Steht auch so im Kaufvertrag.
Und nicht nur das Spaltmaß war eigenartig, es war auch zu sehen, dass die Befestigungsschrauben für den Kotflügel aufgedreht wurden (Lack ist angekratzt am Schraubenkopf).

Um meine Kunden für die ich Fahrzeuge vermittle sowie eventuelle Käufer zu schützen, bauten wir sicherheitshalber den vorderen Stoßfänger ab. Und siehe da, die Radhausverkleidung war gebrochen und die Halteaufnahmen am linken Stoßfänger. Die Lackschichtmessung hat ergeben, dass der linke Kotflügel nachlackiert wurde. Gesamtschaden € 2.000!

Und dieser Schaden wurde eindeutig mit Absicht "billig" repariert. Auf den Kosten bzw. dem Wertverlust bleibt der Besitzer sprichwörtlich sitzen.

Mein Rat: Gebrauchtwagen ganz genau anschauen und bei auffälligen Spaltmaßen unbedingt nachfragen. Ein seriöser Händler baut den Stoßfänger auch ab oder ist bereit, 1 Stunde Arbeitszeit in seine Kunden zu investieren, kommt letztlich auch ihm selber zu gute und bewahrt vor zukünftigen Schwierigkeiten.

Die Bilderserie zeigt die Auffälligkeiten:

 Leichte Abweichung im Spaltmaß

 Andere Seite sieht normal aus

 Lack am Schraubenkopf ist angekratzt

Die nächsten Bilder zeigen den eigentlichen Schaden:

 Radhausverkleidung innen gebrochen

 Befestigungsaufnahme ist abgerissen

 Messwert nachlackierter Kotflügel

Messwerte Original Lack

Montag, 9. November 2015

Kein Autokauf ohne Lackschichtmessung!

Ein Lackschichtmesser gehört zur Ausstattung im Gebrauchtwagenverkauf!

Schätzungen zufolge sind 30% der Gebrauchtwagen nachlackiert. Im Rahmen einer Aufbereitung oder Smart- Repair gehören Ausbesserungen auch dazu.

Aufgrund moderner Lackierungen ist die Werksseitige Dicke der Lackschicht bei ca. 110 bis 200 Mikrometer, bei Nachlackierungen bei ca. 300 Mikrometer und Verspachtelungen können sogar bis zu 2.000 Mikrometer betragen.

In dem jetzigen Fall war die Lackschichtdicke der Motorhaube sowie auch im restlichen Karosseriebereich bei einem Wert um 100 Mikrometer, auf der Heckklappe jedoch 980 Mikrometer. Ein eindeutiges Zeichen von Verspachtelungen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass der Besitz eines Lackschichtmessers zur Ausstattung eines professionell arbeitenden Gebrauchtwagenhändlers gehört, um den potentiellen Käufer des Fahrzeuges umfassende Aussagen zum Objekt der Begierde machen zu können.Schließlich geht es um den Wert des Fahrzeuges und auch darum, bei einem Weiterverkauf in ein paar Jahren nicht plötzlich selbst als Schuldiger dazustehen, der einen Unfallschaden verheimlicht hat (obwohl Sie ja nichts davon wussten...).

Meine Empfehlung an Kaufinteressenten: Fragen Sie den Gebrauchtwagenhändler, ob er eine Lackschichtmessung ausgeführt hat!






Freitag, 23. Oktober 2015

Ein Tastendruck - und der Verkaufspreis steigt

Für Laien sind manipulierte Kilometerstände kaum zu erkennen

So steht es heute in der aktuellen Ausgabe der Nürnberger Nachrichten. Nach Schätzungen des ADAC und einer Studie des Tüv Rheinland ist bei knapp einem Drittel aller Gebrauchtwagen der Tachostand manipuliert, damit der Wagen weit über Wert verkauft werden kann.

Als Praxistipp gibt die Redaktion an, das Inspektionsheft genau anzuschauen. Fehlt dieses, dann auf die Vorlage von HU- Berichten und/ oder Rechnungen zu bestehen. Kann der Verkäufer diese nicht vorlegen, ist ein Kauf nicht ratsam.

Genau diese Tipp`s und weitere findet man auch in meinem Ratgeber, den ich schon 2012 veröffentlicht habe. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und empfehle, sich immer mindestens ein paar Rechnungen oder HU- Berichte vorlegen zu lassen, auch wenn das Inspektionsheft vorhanden ist. Denn dieses ist auch sehr einfach manipulierbar!

Meinen Ratgeber kann man auch kostenfrei downloaden, dazu hier klicken :)


Quelle: Nürnberger Nachrichten - Der Bote

Donnerstag, 24. September 2015

Händlergeprüfte Gebrauchtwagen zum Preis des Privatmarktes

Mehr Geld für den Verkäufer, weniger Geldausgabe für den Käufer

Wir gratulieren der Familie Pöschl aus Ergoldsbach zur Übernahme des von Kaiser 1.111 Fahrzeuges, das nach einem einzigartigen Vermittlungskonzept verkauft wurde.

„Händlergeprüfte Gebrauchtwagen zum Preis des Privatmarktes“, so lässt es sich mit einfachen Worten umschreiben. Wer seinen Gebrauchtwagen durch mich vermitteln lässt, der bekommt deutlich mehr Geld als bei einer Inzahlungnahme oder Verkauf an einen Händler.

Und der Käufer des Gebrauchtwagens bezahlt deutlich weniger als bei einem Händlerkauf. So entsteht eine Win Win Situation für den Verkäufer und den Käufer. So macht Autokauf deutlich mehr Spaß!
Alles weitere zum Vermittlungskonzept findet man im Internet unter www.der-auto-makler.de


Montag, 7. September 2015

"Fachwissen und Insidertipps für alle" kostenfrei downladen

Ratgeber kostenfrei downloaden

Unter www.der-auto-makler.de kannst du dich zu unserem Newsletter anmelden und den Ratgeber kostenfrei downloaden.

Was erhalte ich mit dem Newsletter?

In unserem Newsletter geht es nicht nur um Gebrauchtwagen, sondern auch um einmalige Neuwagenaktionen. Als Autoverkäufer habe ich auch erstklassige Verbindungen im Neuwagenbereich.

- Kia Cee`d 1.6 Dream-Team Edition 30,3% Neuwagennachlass
- Audi A4 Avant 1.8 S line 26,2% Neuwagennachlass

Das waren Auszüge aus dem letzten Verkaufsnewsletter. Melde dich an unter www.der-auto-makler.de und profitiere von diesen Angeboten!

Auch interessant:

€ 10,- Reparaturgutschein downloaden und von unseren Online Werkstattangeboten profitieren!
Auf der Startseite www.kaiser-bewegt.de findest du die Anmeldemöglichkeit zu unserem Newsletter. Profitiere von unseren Online Angeboten, die exklusiv nur für unsere Newsletter Abonnenten erstellt werden!




Dienstag, 1. September 2015

Wann ist Schluss mit gefälschten Tachoständen?

Tacho-Manipulation: CDU plant neues Gesetz



Bei jedem dritten Gebrauchtwagen in Deutschland wird der Tachostand manipuliert. Ein Gesetz soll das ab 2016 ändern. Dabei könnten Hersteller heute schon etwas tun. Quelle: Motor Talk.de, zum lesen des vollständigen Beitrages hier klicken
Meine Meinung:
Das Thesenpapier der CDU schlägt ja drei Möglichkeiten vor (laut Bericht Motor Talk.de):
1. Härtere Strafen
2. Datenbanken
3. HSM- Chips
Härtere Strafen werden nichts ausrichten, da gibt es ja viele Beispiele im Zivilrechtlichen Bereich wo härtere Strafen auch nichts verändert haben.
Und alles elektronische und gespeicherte kann unter Umständen manipuliert bzw. verändert werden.
Setzen Sie auf das gute alte Papier und Ihre Spürnase!
1. Sämtliche Dokumentation von dem zum Kauf anstehenden Gebrauchtwagen durchsehen. Serviceheft, alte Tüv Berichte, Rechnungen und der im Motorraum befindliche Oilzettel. Gibt es keine Dokumentation oder Belege bzw. ist der Lebenslauf des Autos nicht nachvollziehbar, dann lieber die Finger von diesem Gebrauchtwagen lassen!
2. Rollt sich der Gurt wieder vollständig von selbst ein, ist das Lenkrad abgegriffen, sind die Sitzpolster durchgesessen oder aufgerissen, schauen die Pedalgummis abgenutzt aus, schauen die Bedienungsknöpfe vom vielen drücken abgenutzt aus. Das sind alles Merkmale von Fahrzeugen mit hohen Kilometerständen. 
Nachfolgend Bilder eines Gebrauchtwagens, den man mir mit 80.000 Kilometer angeboten hat. Da hat ganz sicher jemand den 1er vor der 8 wegretuschiert!


Lenkrad abgegriffen


Sitzpolster abgenutzt


Pedalgummis abgenutzt


Türgriffe abgenutzt

Leider erlebe ich es zu oft, dass beim Gebrauchtwagenhändler zuwenig Augenmerk auf Belege oder Rechnungskopien gelegt wird. In meiner Gebrauchtwagenvermittlung bitte ich immer den Vorbesitzer des Wagens sämtliche Rechnungskopien und Tüv- bzw. HU Berichte mitzubringen. 90% meiner Kunden bringen die vollständige Dokumentation mit! Geht doch ;)


Dienstag, 18. August 2015

Gebrauchtwagengarantie ohne Nutzen?

Keine Rechnungsbelege, keine Garantiedeckung!

Immer schön das Kleingedruckte lesen, so könnte auch die Überschrift lauten. 
Kommt diese Tage ein Kunde mit seinem Fahrzeug in die Werkstatt, um einen Kundendienst sowie die Reparatur seiner Klimaanlage durchführen zu lassen. Der Fehler in der Klimaanlage war schnell gefunden, der Kompressor ist defekt. Der verkaufende Autohändler ist 100 Kilometer entfernt, und hat den Gebrauchtwagen mit einer Garantie ausgestattet. Darüber ist man ja zunächst einmal begeistert.

Blöd ist nur, dass die Garantieversicherung die letzte Kundendienstrechnung mit Klimaservice sehen will, und genau dieser Kundendienst vor Kauf des Gebrauchtwagens gemacht wurde. Und genau dazu hat der jetzige Besitzer keinen Beleg. Oder mit anderen Worten ausgedrückt, der jetzige Besitzer braucht die Rechnungskopie vom Vorbesitzer. Und wie es so spielt im Leben, der Vorbesitzer findet die Rechnung nicht mehr.

Jetzt hat man ja noch den Stempel im Serviceheft wo die Rufnummer der letzten Kundendienstwerkstatt steht. Also gleich angerufen, nur blöd, auch die Werkstatt findet scheinbar keine Rechnung mehr. Was da abgelaufen ist das mag sich jeder selbst zusammenreimen, mich geht es ja nichts an. Nur bleibt jetzt der Kunde mit seiner eigentlich "Garantiefähigen" Reparatur auf den Kosten sitzen.

Daher mein Rat:

1. Als Garantieversicherung Multipart nehmen. Diese verwenden wir, und da gibt es das Kleingedruckte mit der letzten Kundendienstrechnung in Verbindung mit Klimaservice nicht.

2. Beim Kauf eines Gebrauchtwagens die letzte Kundendienstrechnung sicherheitshalber aushändigen lassen. Ich selbst mache das bei meinen Gebrauchtwagen immer, ich gebe sogar oft mit Einverständnis des Vorbesitzers alle Rechnungskopien heraus.

Dann ist man auf der sicheren Seite, und einer Garantiedeckung bzw. Kostenübernahme steht nichts mehr im Weg.


Foto: GTÜ / Pixelio

Freitag, 26. Juni 2015

Nicht der Preis alleine ist entscheidend, auch die Geschichte des Gebrauchtwagens

Auch die Geschichte eines Autos ist wichtig

Sehr oft (oder fast sogar nur noch?) wird immer auf den Preis des Gebrauchtwagens geschaut. Das der Wagen unter Umständen schon 4 Haltereinträge hatte, einen reparierten Vorschaden, fehlende Dokumentation wie z.B. das Serviceheft oder Rechnungskopien wird oft ausgeblendet, Hauptsache der Preis passt.
Meine Empfehlung lautet ganz klar, lieber ein paar Hunderter mehr auszugeben, und dafür einen Gebrauchtwagen mit nachvollziehbarer Geschichte zu kaufen, langfristig zahlt es sich aus.

Ich hatte jetzt wieder mehrere Gebrauchtwagen auf dem Hof, wo sämtliche Dokumentation vorhanden war. Der auf dem Bild zu sehende Mercedes ist Baujahr 1997, der Saab Baujahr 2000. Beide Fahrzeuge waren trotz des Alters in einem sehr guten Zustand. Und das lag mit Sicherheit an der nachvollziehbaren Geschichte. Die Vorbesitzer hatten sämtliche Dokumentation wie Rechnungen, HU Berichte, Wartungspläne usw. aufgehoben (auf den Motorhauben ist nur ein Teil davon zu sehen), und meine Meinung ist, wer sich die Mühe macht und alles akkurat aufhebt oder abheftet, der pflegt auch sein Auto entsprechend :)




Samstag, 28. Februar 2015

Wie bekommt man am meisten Geld für seinen Gebrauchtwagen?

WISO Sendebeitrag zum Verkauf des eigenen PKW

Ein Experte, zwei Gebrauchtwagen, drei Verkaufswege. Das war der ZDF Wiso Test zum Thema "wo bekomme ich am meisten Geld für meinen Gebrauchtwagen."

Von zwei Gebrauchtwagen wurde durch einen Sachverständigen der aktuelle Zeitwert ermittelt, und diese beiden Gebrauchtwagen über drei verschiedene Möglichkeiten zum Verkauf angeboten.

1. Über Kärtchenhändler
2. Über Onlineplattformen wie Mobile.de oder Autoscout24
3. Direkt beim Markenhändler

Das Ergebnis hat mich nicht wirklich überrascht. Der Kärtchenhändler zahlt am wenigsten, der Markenhändler kommt gleich danach, und der bestmögliche Preis wird bei einer Selbstvermarktung erzielt, wobei der im Sendebeitrag angebotene Audi keine Interessenten online hervorgebracht hat.

Allerdings wurde der Test von einem Sachverständigen durchgeführt. Dieser hat die Fahrzeuge in den Online Börsen sicherlich nahezu professionell eingepflegt, und beim Verhandeln mit Kaufinteressenten ein sicheres Auftreten. Wiso hat ja auch mitgeteilt, das Verhandlungsgeschick über die Höhe des erzielten Preises entscheidet.

Und genau hier passt mein Automakler Konzept perfekt zum Ergebnis. Ich habe mich auf die Vermarktung Ihres Gebrauchtwagen durch den Privatmarkt spezialisiert. Die Fahrzeuge werden von mir professionell eingepflegt in den Börsen, Verhandlungsgeschick ist mein tägliches tun, und ich nehme Ihnen die komplette Arbeit ab.

Den Wiso Sendebeitrag finden Sie hier (7 min)
Mehr zu meinem Verkaufskonzept in einem Kurzfilm (2 min)
Oder direkt auf meiner Webseite

Montag, 5. Januar 2015

Ein Hoch auf die Hebebühne!

Warum die Hebebühne im Gebrauchtwagenhandel wichtig ist!

Beim Gebrauchtwagencheck ist es sehr wichtig, dass der Wagen mit den Rädern hochgehoben bzw. entlastet wird, damit die Radlager, Spurstangenköpfe und Tragegelenke auf eventuell vorhandenes Spiel geprüft werden können. Und ganz besonders wichtig ist es auch, die Fahrwerksfedern zu überprüfen. 

Bei diesem Opel Corsa war im Fahrzustand nichts zu spüren, und dem Wagen war auch keine Schräglage anzusehen. Die Hebebühne hat es dann entlarvt, vorne rechts war die Fahrwerksfeder gebrochen.

Mein Tipp: Den Verkäufer darauf ansprechen, ob der Wagen bei der Inzahlungnahme bzw. dem Gebrauchtwagencheck auch wirklich voll umfänglich geprüft wurde, inkl. einer Entlastung der Räder. Nachfragen lohnt sich, es geht um die Sicherheit!



Samstag, 13. Dezember 2014

Gefährlicher Reifenschaden! Vorbesitzer hatte Glück das nichts passiert ist!

Warum genaues Anschauen von Reifen wichtig ist!

Und wieder ein Fall aus der Praxis:

Bei der Entgegennahme von Gebrauchtwagen schaue ich mir diese sofort gründlich an. Und bei dem vorliegenden Fall waren noch die Sommerräder montiert. Allerdings hatte der Reifen vorne rechts einen erheblichen Schaden. Aus der Lauffläche war ein großes Stück herausgebrochen, die Leinwand bzw. der Stahlgürtel waren darunter sichtbar.
Der Vorbesitzer hat mir erzählt, das er bei passenden Verkehrsverhältnissen bis zu 200km/h über die Autobahn gefahren ist. Nicht auszudenken, was dabei alles passieren kann!

Jetzt kann man natürlich einwenden, das man ja nie davor geschützt ist, und so ein Schaden immer wieder sein kann ohne das man es merkt. Richtig! Allerdings wurde dieser Wagen vorher schon von einer anderen Firma in Augenschein genommen, man hat es schlicht übersehen :(

Immer wieder betone ich, wie wichtig die genaue Prüfung eines Gebrauchtwagens ist. Zuerst vom Verkäufer bzw. der verkaufenden Firma (technisch versierter Verkäufer, Werkstattmeister oder Mechaniker), und dann vom Kaufinteressenten selbst.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Wenn Sie sich für einen Gebrauchtwagen interessieren, dann nehmen Sie jemanden mit, der sich technisch auskennt. Ich freue mich jedesmal, wenn der Kaufinteressent jemanden dabei hat. Dann sind wir beide vom Fach, und unterhalten uns auf Augenhöhe. Und wenn der Wagen genau angeschaut wurde bei der Hereinnahme, dann muss man auch keine Diskussionen fürchten.


Dienstag, 28. Oktober 2014

Sind alle Privatverkäufer Lügner?

Beim Autoverkauf wird viel gelogen

Ein sehr interessanter Bericht bei auto.de
Man hat festgestellt, dass bewusst viele Mängel eines Gebrauchtwagens von den Privatverkäufern verheimlicht werden, oder zum größten Teil auch gelogen wird.

Ich selbst habe in den letzten 14 Tagen 6 Gebrauchtwagen einer eingehenden Prüfung unterzogen. Davon waren 2 Fahrzeuge zwischen Erstzulassung 2011 und 2013, mit wenigen Kilometern. Diese Fahrzeuge waren absolut Mängelfrei, hier habe ich mich in erster Linie auf die Lackschichtmessung konzentriert, um die Unfallfreiheit feststellen zu können.

Die anderen 4 Fahrzeuge waren Erstzulassung 2004 bis 2008, und hatten zwischen 80.000 und 140.000 Kilometer Laufleistung. Und keines dieser Fahrzeuge war Mängelfrei! Ok, zugegeben, ein Gebrauchtwagen kann und muss nicht 100% Mängelfrei sein, was aber bedeutet Mängelfrei?
An die Sicherheit darf es schon mal gar nicht gehen. Wenn die Fahrzeuge abgefahrene Reifen und verschlissene Bremsen haben, dann ist es nicht mehr lustig. Das war allerdings nicht der Fall, obwohl bei allen 4 Gebrauchtwagen in spätestens 10.000 Kilometer die Bremsen getauscht werden müssten oder weitere Investitionen nötig sind.

Es ging eher um leichten Oilverlust vom Kurbelwellensimmering, undichte Wasserpumpen oder Wasserkühler, durchgerostete Auspuffanlagen etc...

Aber eines muss dem Käufer oder Interessenten klar sein: Wenn er einen Gebrauchtwagen am Privatmarkt kauft, dann hat der Verkäufer des Autos sich schon länger mit dem Kauf eines neuen Autos befasst, und sicherlich auch kein Interesse mehr, Geld in den alten und gedanklich bereits abgeschriebenen Wagen zu stecken. Aus diesem Grund ist meistens ein Servicestau entstanden. Drum prüfe wer sich ewig bindet ;)

Den vollständigen Bericht von auto.de finden Sie hier


Nur auf einer Hebebühne kann man sich ein umfassendes Bild über den Zustand eines Gebrauchtwagens machen!

Dienstag, 16. September 2014

Unglaublich: Live erlebt, wie bei einem Auto Tacho der Kilometerzähler aussetzt

Alle 5 Kilometer nur 1 Kilometer mehr auf der Uhr!

War das eine abgefahrene Probefahrt! Ich hatte heute Kundschaft bezüglich dem Kauf eines Youngtimers. Der Kunde geht auf Probefahrt und berichtet nach seiner Rückkehr, das er den Tageskilometerzähler mit dem Hauptzähler verglichen hat, und seiner Meinung nach geht der Kilometerzähler gar nicht.

Wir beide rein in das Fahrzeug und ab auf die Landstraße. Und tatsächlich, der Hauptkilometerzähler hat sich nach fünf gefahrenen Kilometern dazu herabgelassen, einen Kilometer mehr darzustellen.

Wunderbar denk ich mir, das Auto hätte damit einen weitaus höheren Kilometerstand. Faktor 5 wäre jetzt sicherlich übertrieben, dann müsste die Faulheit der Pixel seit Auslieferung bestehen, was aber relativ unwahrscheinlich sein dürfte.
Und mitten im Gespräch zwischen dem Kunden und mir leuchten die Pixel wieder heller auf, und der Kilometerzähler läuft plötzlich Hand an Hand mit dem Tageskilometerzähler, als ob nichts gewesen wäre.

Wie oft im Leben dieses Youngtimers so ein Vorfall war, lässt sich nicht feststellen im Nachhinein. Gott sei Dank war eine Umfangreiche Historie im Serviceheft und auf Tankquittungen vorhanden, da standen die Kilometer händisch notiert bei jedem Tankstopp. Der Kunde hat dann trotzdem gekauft.

Aber jetzt stellt sich mal einer vor, wie man bei seinem nächsten Gebrauchtwagenkauf bzw. der damit einhergehenden Probefahrt einen Abgleich zwischen Tageskilometer- und Hauptkilometerzähler macht.
Meine Empfehlung: machen aus Neugier, Sagen aber nichts (man wird sonst für verrückt erklärt). Außer man stellt das gleiche Phänomen fest ;)


Dienstag, 2. September 2014

Der Abschlepphaken und seine Geschichte

Zum Glück gibt es einen Abschlepphaken

In meinem Ratgeber zum Gebrauchtwagenkauf habe ich im Kapitel "Abschluss" dem Abschlepp Haken eines PKW noch ein paar Zeilen Aufmerksamkeit geschenkt. 
Mein Rat ist ja, der Gewindeaufnahme (meistens in den Stoßfängern) oder dem Hakengewinde noch Beachtung zu schenken, um zu sehen, ob dieser einmal eingeschraubt war. So gewinnt man Rückschlüsse, ob das Fahrzeug einmal abgeschleppt wurde.

Nach einem missglückten Wendemanöver haben wir gleich einen Selbstversuch gestartet. Um das Fahrzeug wieder freizubekommen bzw. auf seine ihm anvertrauten Asphaltwege zurückzubekommen, musste der Abschlepp Haken herhalten.

Unsere Erkenntnisse daraus:
  1. Es ist definitiv sichtbar, ob der Haken benutzt wurde
  2. Es muss nicht immer eine Technische Panne der Auslöser gewesen sein
  3. Was wir empfehlen, das testen wir auch. Ohne Rücksicht auf Verluste ;)



Montag, 25. August 2014

Gerichtsurteil: Mehr Geld von der Versicherung

Mehr als nur Reparaturkosten zu erstatten

So mancher Besitzer eines älteren Gebrauchtwagen hat das sicherlich schon erlebt. Man ist schuldlos in einen Unfall verwickelt, dann lässt man ein Gutachten erstellen, um die Reparaturkosten von der Versicherung fiktiv abrechnen zu lassen (ohne Reparatur).
Und nach Erhalt der Abrechnung kommt das Überraschungsergebnis. Die Versicherung hat Beilackierungen, Ersatzteilpreisaufschläge, Verbringungskosten und einiges anderes abgezogen. Schwup, auf einmal fehlen mehrere hundert Euro in der Kasse, obwohl man zum einen Unschuldig an dem Unfall ist, und zum anderen mit einem Unfallwagen dasteht.

Jetzt hat das Amtsgericht Dortmund entschieden, dass diese Zusatzkosten ersatzfähig sind, sofern ein Gutachten diese begründet. Der vollständige Text bzw. Artikel (Quelle = KFZ- Betrieb) ist hier lesbar: hier klicken

Mein Tipp: Urteil vorsorglich ausdrucken, um in einem eventuellen Schadenfall nicht benachteiligt zu werden!


(Bildquelle: Romelia / Pixelio)